Florida Dezember 2014

Noch einmal Vogelfotografie im südlichen Florida:

Vertiefte Eindrücke der Gegend um Fort Myers an der Golfküste und Boynton Beach auf der Atlantikseite.



Schon wieder Florida im Winter? Wieder Vogelfotografie?
Ja, noch einmal Florida im Winter! Und nochmal Vögel!

Vielleicht auch noch öfter...!?  Motive (Fotomotive wie auch sonstige) gäb's genug, aber da sind ja noch so viele andere mögliche Urlaubsziele...!

 

Zur Motivation für einen Floridaurlaub, den Reisevorbereitungen, Wetter etc. sei an dieser Stelle auf den 2013er Bericht verwiesen.

Was war anders als in 2013?

Der Fokus lag diesmal enger gesteckt auf der Gegend von Fort Myers - von Cape Coral im Norden bis Bonita Springs im Süden, ergänzt durch einen Abstecher Richtung Atlantikküste nach Boynton Beach. Damit lagen alle Ziele etwa auf gleicher geographischer Breite im südlichen Drittel Floridas; knapp unterhalb Lake Okechobee.Ziel: Weniger Fahrerei und mehr Zeit für alles andere. Dem entsprechend ging der Flug diesmal nach Fort Myers. 

 

Ansonsten ähneln die Eckdaten sehr der 2013er Reise:

2 Wochen Florida im Dezember

Ziel: Kooperative Fotomotive und TRaumstrände bei warmem (nicht heissem) Wetter.

 

Bekannte Ziele waren: Sanibel Island mit seinen Stränden, Ding Darling Wildlife Refuge und dem einzig guten Capuccino im südlichen Florida abseits von Starbucks; Die Strände von Fort Myers Beach; Six Mile Cypress Sloug Preserve und die Green Cay- und Wakodahatchee Wetlands (und die Tanger Outlets in Sichtweite unseres Hotels).

 

Neu in der Favoritenliste standen: Caloosahatchee Creek Preserve; Little Pine Island; Little Estero Lagoon; Barefoot Beach und die öffentlichen Parks von Cape Coral.

...+ ein paar weitere Locations die sich vor Ort ergaben.

...+ Kohl's und Macy's und Fleemasters Flee Market und Co... für dunkle Tagesabschnitte oder Schlechtwetterperioden.

 

Und dann galt es noch rauszufinden wo man Alligator zu essen bekommt!


Die Locations in der Übersicht


Anreise -> Stuttgart -> Atlanta -> Fort Myers

1. Etappe zum Flughafen Stuttgart:

-Per Bahn?  Nö, wir wollen ja schließlich nicht schon am Bahnhof Laupheim die Reise beenden (so schlimm ist die Bahn eigentlich gar nicht, aber zum Reisezeitpunkt waren die letzten Lokführer-Streiks noch sehr gut im Gedächtnis!)

-Mietwagen: Sackteuer, wenn nicht am Ort der Anmietung auch wieder zurückgegeben wird.

-PKW?  Was kostet denn das Parken am Flughafen...?

Schlußendlich sind wir mit dem PKW angereist, haben in Flughafennähe bei www.airport-parking-stuttgart.de geparkt; wurden per Shuttleservice binnen ca. 30 Minuten nach Ankunft am Parkplatz zum Flughafen gebracht und waren guter Dinge bei Ankunft das eigene Auto ebenso unproblematisch wieder zur Verfügung zu haben (was auch geklappt hat). Das alles für <50,- Euro - was will man mehr?


2. Stuttgart -> Atlanta -> Fort Myers

Insgesamt eine ziemlich ereignislose Sache.


Ich konnte bei Delta keine Angabe mehr zum zulässigen Gewicht des Handgepäcks finden (im letzten Jahr max. 23 kg HANDGEPÄCK!!!) Geändert hat sich dadurch aber de facto nichts. Solang man grob die Größenangaben einhält scheint das Gewicht des mitgeführten Gepäcks nebensächlich zu sein. Ähnliches gilt für den erlaubten "zusätzlichen Gegenstand".  Man sollte halt versuchen mit 15-20kg Fotogepäck auf dem Rücken und dem 800er Sigma am ausgestreckten Arm zu lächeln und einen unbeschwerten Eindruck zu machen!


Zollformalitäten haben wir uns dieses mal komplett gespart, da ich mit gleichem Equipment wie im letzten Jahr unterwegs war und auch noch die entsprechende vom Zoll abgestempelte Liste aus dem letzten Jahr hatte. Im Zweifel hätte ich also glaubhaft machen können, dass nichts von dem Geraffel in USA eingekauft wurde. Hat aber am Ende wieder mal niemanden interessiert.


Gegen 20.30 erreichten wir Fort Myers und konnten bei Alamo den Mietwagen übernehmen.

Sehr angenehm: Diesmal keine Diskussionen über zusätzlicihe Versicherungen: Alles was gebucht war erschien auch nachvollziehbar im vor Ort ausgestellten Vertrag. Ungeklärt bleibt, warum ein Mietwagen in der Klasse Toyota RAV4 in 2014 bei gleichem Leistungsumfang, frühzeitiger Buchung  und über alle Anbieter hinweg ca. 100 Euro teurer war als im Vorjahr!?


Ca. 22.00 Uhr: Ankunft im LaQuinta Inn am Sanibel Gateway! Angekommen! Eine Nacht trennt uns vom "richtigen" Urlaub!

(Gut aufgepasst: natürlich braucht man keine 1,5 Stunden vom Flughafen zum Hotel. Da war noch ein Snowbird am Flughafen zu begrüssen...)


Sanibel Island

Sanibel Island? Ja, sofort, gleich... aber erst noch im Publix um die Ecke eine Dose "Off!"  besorgt, weil einheimische Insekten angeblich einheimische Mittel erfordern. Hab's nicht vergleichend getestet und mich schlicht auf Hörensagen verlassen.  Überhaupt muß man erwähnen: Nach 2 Wochen Urlaub und Nutzung durch 2 Personen war die Dose nichtmal ganz leer. Am Mietwagen haben sich nach derselben Zeit praktisch keine Insekteneinschläge auf der Scheibe gezeigt. Tagsüber sind zu dieser Jahreszeit trotz des super Wetters (knapp 80° Fahrenheit) kaum lästige Insekten unterwegs!

 

Aber jetzt endlich los!

Die Summerlin Road mündet nach ein paar Meilen direkt in den Sanibel Causeway (leider mit ner Mautstation vorneweg: 6 Dollar werden pro Fahrt nach Sanibel fällig.). Im Ding Darling Visitor Center kurz noch eine Duckstampbesorgt  für dauerhaft freie Einfahrt in den Wildlife Drive  und dann los zu einer Orientierungsrunde:


Am angestammten Löffler-Beobachtungspunkt sind zwar keine Löffler, aber die sonstigen üblichen Verdächtigen zugegen...

...aha...

 

 

 

 

 

...doch ein Löffler...

 

 

 

 

... Ibis...

 

...Formationsflug...

ein Ibis präsentiert sich aus der Nähe...


..und auch der Osprey am Bowmans Beach Parkplatz ist zuverlässig da!


Sehr schön - alles wie erwartet - und ratz fatz schon wieder ein Tag um...

Natürlich hat Sanibel Island aber mehr zu bieten als man an einem Tag mal so eben "abgrasen" kann und wir haben noch einige weitere schöne Tage dort verbracht.  Die Karte zeigt einige lohnenswerte Ziele...

...und kooperatives Federvieh findet sich fast überall...


Am Ding Darling Wildlife Refuge führt einfach kein Weg vorbei und am prominentesten präsentieren sich hier die Rosa Löffler und Weißen Pelikane.




Ospreynester sind auf der ganzen Insel zu sehen. Die beiden hier z.B. am Lighthouse Beach.





Unmittelbar dort wo der Causeway auf die Insel trifft kann man von einem Tieffluggebiet für Vultures und Ospreys sprechen.



Turner Beach am südlichsten Zipfel von Captiva hatte hatte neben dem einzigen Urlaubstag mit anhaltendem, strömenden Regen und nur kurzen trockenen Phasen ebenfalls einiges zu bieten.

 

Wenn sonst grad nichts geboten ist sucht man sich einen gelangweilten Brown Pelican...



Hah, den kenn ich doch.  Ne, nicht die Möwe - den Pfeilschwanzkrebs bzw. die Horseshoe Crab. 

Irgendwie eine tragische Figur: Entweder Möwenfutter wie hier, oder Blutspender für Laborreagenzien. Die lachenden Dritten sind Kaninchen, die schon lange nicht mehr für den Endotoxin-Nachweis herhalten müssen.


So viel vorerst zu Sanibel Island aus meiner engstirnigen Fotografenperspektive!  Es soll Leute geben die zum Baden nach Sanibel reisen, zum Muschelpflücken, fischen und und und....


P.S.:  Den einzigen nach deutschem Maßstab trinkbaren Kaffee  in dem kleinen Muffin-Laden in 1975 Periwinkle Way  gibt's nicht mehr.  Dort ist jetzt irgendeine Boutique.  Dabei hätt ich gewettet dass man in der Gegend mit gutem Kaffee Millionär wird...   So trinken die Insulaner weiterhin das übliche üble Gebräu (vergeßt die in Werbeflyern angepriesene einzige Quelle für Starbucks Kaffee auf Sanibel. Mein Stichprobe mag nicht repräsentativ sein, aber was ich dort bekommen hab schmeckte wie Filterkaffe nach 6 Stunden auf der Warmhalteplatte aus einem Starbucks-Becher.)


P.P.S.:  Parken kostet auf der Insel jetzt fast überall 3 Dollar pro Stunde!

Ein Grund mehr viel Zeit in Ding Darling zu verbringen. Für 5 Dollar oder weniger pro Tag ist das Auto da aufgeräumt :-)


Cape Coral, Little Pine Island; Caloosahatchee

Am 3. Reisetag stand eine Orientierungsrunde in Cape Coral auf dem Programm.

Kaninchenkäuze finden sich laut Internet-Recherche in sämtlichen öffentlichen Parks, also vorab die Parks ins Navi programmiert und einen Tag lang Locations gesichtet...


Cape Coral - Veterans Park: Ein Schuß in den Ofen. Ein paar Baseballkörbe und Tischtennisplatten für die Jugend der Nachbarschaft; sehr klein; wenig einladend für längere Erkundungen. Abhaken und vergessen - da muß man nicht hin.


Cape Coral - Rotary Park: Der Rotary Park wirbt ganz offensiv mit den Kaninchenkäuzen oder Burrowing Owls. Zu sehen bekamen wir aber keine. Der Park an sich ist aber dennoch einen Besuch wert: Gepflegte Grünanlagen, Schmetterlinge, Singvögel, Rundwege, Aussichtsturm (leider gerade geschlossen)

Näheres dazu hier.

 

 

 

 

 

 


 

Public Library:  Da sind sie - jede Menge mit weißen Stöcken abgesteckte Rasenparzellen weisen auf Bodennester der Burrowing Owls hin. Allein, es bleibt dabei: Es zeigt sich niemand persönlich.

 

Cape Coral City Hall:  Die Grünanlagen rund um die City Hall bergen ebenfalls diverse Nester, aber... was soll ich sagen: Wir haben nicht eine einzige Feder eines Kaninchenkauzes zu sehen bekommen und beschlossen, nicht ohne gründlichere Recherchen aufs Geratewohl Tage vor möglicherweise leeren Löchern im Boden zu verbringen. Das Projekt Kaninchenkauz liegt also vorläufig auf Eis.

 

Bleibt festzuhalten: Die Public Library erscheint mir aufgrund der Dichte der markierten Höhlen und der Umgebung (öffentliche, frei zugängliche Flächen) schon als der geeignete Ort diese niedlichen Tierchen zu fotografieren, aber entweder braucht es deutlich mehr Zeit zum Ansitz oder die Sache hat noch einen anderen Haken der sich mir nicht erschlossen hat (wir haben natürlich auch rumgefragt: vom Parkwächter bis zum Sheriff, mit immer der gleichen Antwort: "Du siehst die markierten Höhlen im Vorbeifahren!"  Ja, schon klar. Und die Vögel?     Tiefere Recherche ist angesagt!

 

Fotografisches "Highlight" in Cape Coral war dann am Ende der Reflections Park nahe der Town Hall, wo eine Schar Muscovy Ducks und Weiße Ibisse auf kürzeste Entfernung zu portraitieren waren (andererseits haben die Biester sämtliche Parkbänke vollgek.....t, so dass auch dieser winzige Park nur sehr beschränkt weiter empfohlen werden kann...



Little Pine Island

Vielleicht hätten wir an diesem Tag einfach shoppen gehen sollen...

Nachdem wir in Cape Coral wenig erfolgreich waren, lag es nahe gleich einen Abstecher nach Little Pine Island - der zwischen Cape Coral und Pine Island gelegenen, ziemlichen menschenleeren und naturbelassenen Insel - zu machen.

 

Als erstes empfing uns dieser malerische Anblick:

Davon muß man sich allerdings nicht abschrecken lassen, denn rechts des Gittertors ist für Fußgänger ein Durchgang offen gelassen.  Wir kamen allerdings schnell zur Erkenntnis: Der südliche Pfad war direkt ab der Gabelung überschwemmt, der Nördliche ein paar hundert Meter weiter ebenfalls.

Abgerundet hat den Tag dann ein Besuch des Caloosahatchee Creek Preserve West:

Viiiieeeel Sumpf; nicht ein einziges Foto ist hier entstanden.


Fazit des Tages:

Die Kaninchenkäuze in Cape Coral verdienen gründlichere Recherche und im Rotary Park könnte man auch schon mal einen ganzen Tag verbringen (dann frühen Vormittag und späten Nachmittag für Singvögel reservieren und Mittags Steaks auf einen der öffentlichen Grills legen...)

Little Pine Island: Leider weitgehend überschwemmt und ohne Wathosen nicht zu beurteilen.

Caloosahatchee Creek Preserve West: Aus fotografischer Sicht nicht empfehlenswert (soweit man das nach einer Stunde Ablaufen der Pfade in der Abenddämmerung sagen kann)

Caloosahatchee Creek Preserve East: Nach den Erfahrungen dieses Tages vorläufig vertagt.


Fort Myers Beach: Fishing Pier und Little Estero Lagoon

Der Fishing Pier und die Strände von Fort Myers Beach haben sich schon im letzten Jahr mindestens für Aufnahmen der üblichen Verdächtigen an Floridas Stränden bewährt. Zudem sollte es noch gezielt zur Little Estero Lagoon gehen: Letztes Jahr bereits von einem Einheimischen empfohlen, aber mangels Beschreibung  und Satellitenbild nicht gefunden (und der Strand ist ganz schön lang wenn man einen speziellen Abschnitt sucht!)

  

Fishing Pier: Nix los! Keine Angler = keine Pelikane die auf den Fang spekulieren. 


Einzig ein paar Krähen waren kooperativ...


 

Little Estero Lagoon:

Den Fishing Pier und den Strand von Fort Myers Beach hatten wir bereitsim letzten Jahr kennen und schätzen gelernt. An eben diesem Fishing Pier bekam ich von einem Einheimischen dann auch den Hinweis auf die "Lagune im Süden der Insel"  die man sich als Fotograf unbedingt ansehen müsste. Parken sollte man am nahegelegenen Einkaufszentrum und zum entsprechenden Strandabschnitt kommt man dann über das Gelände eines Hotels.


Ja nun:  Der Strand von Fort Myers Beach ist einige Meilen lang. Der gesamte Strand ist mit Hotels gesäumt. Am Estero Blvd. der über die ganze Insel führt gibt es auch die eine oder andere Einkaufsmöglichkeit mit Parkplätzen...! Kurz und gut: In 2013 hab ich die Lagune nicht auf Anhieb gefunden und hatte auch genügend alternative Locations.  Diesmal war ich aber dank Google besser vorbereitet und hatte die Koordinaten der Lagune auf dem Handy gespeichert... :-)


In einigen Wegbeschreibungen wird das Holiday Inn direkt am Estero Blvd. als Einstiegspunkt genannt. Vergesst es! In ganz Fort Myers Beach gibt es kein Holiday Inn mehr. Das Hotel heisst heute Wyndham Gardens (zumindest als wir da waren gekennzeichnet durch die weit und breit höchsten und größten "Stars and Stripes"). Ein paar Meter südlich davon gibt es ein Einkaufszentrum mit jeder Menge Parkplätzen. Von dort einfach auf die Stars and Stripes zumarschieren die das Windham Gardens kennzeichnen und schon hat man den legalen Beach Access gefunden, der einen direkt ans Nordende der Lagune führt.  Alternative Zugänge zur Lagune muß man erst garnicht suchen. Sämtliche Hotels meilenweit links und rechts des Wyndhams weisen sehr nachdrücklich darauf hin: "No Beach Access".  Versuchsweise sind wir mal auf das Gelände eines Hotels gelaufen, Blick selbstbewußt in Richtung Strand und sind prompt von einem Hausmeisterpaar abgefangen worden: "No Beach Access!".


An der Lagune angekommen hab ich dann verschiedene Dinge gelernt:

-die paar hundert Meter Fußweg sind auf jeden Fall lohnenswert; auch  mit schwerem Gepäck

-eigentlich braucht's gar kein schweres Gepäck; denn jegliches Federvieh ist beinahe streichelzahm

-Das Licht passt fast immer: Entweder für den Blick vom Strand zur Lagune oder umgekehrt und in den Mittagsstunden setzt man sich ins Pinchers Crab Shack direkt am Beach Access, trinkt 2 Bier (pay one, get two), ißt einen Snack und überlegt sich dabei ob man die nächste Runde um die Lagune mit oder gegen den Uhrzeigersinn macht.


Was gab's aber nun zu sehen?

Gleich zu Anfang einen Reddish Egret so nah wie ich ihn noch nie vor das 400er bekommer hab:


...die obligatorischen Pelikane...

Willet, Wilson und Sanderling waren natürlich auch da...

...Snowy Egret und White Ibis...

Ein Blick in den Himmel zeigt fast immer Pelikane, häufig Ospreys und manchmal auch einen Bald Eagle....

  

Nicht viel mehr als ein Beweisfoto ist das hier:

 

Ist's ein Vogel? Ein Flugzeug?  Batman?

Was da aussieht wie eine Kreuzung aus Schwalbe, Kormoran und Fledermaus ist der Magnificent Frigatebird oder zu deutsch Fregattvogel.




  





Irgendwann gähnt dann aber schon der Great Blue Heron....


  












...und der Tag geht zu Ende!



Corkscrew Swamp Sanctuary + Barefoot Beach

Corkscrew Swamp Sanctuary: Der freundliche Nikonianer und Snowbird mit dem ich am Vortag auf dem Fishing Pier in Fort Myers Beach ins Gespräch kam, hat in den höchsten Tönen geschwämt. Eine tolle Gelegenheit zur Vogelfotografie.  Als Hinweis gab er mir noch mit, dass man den Rundweg am besten gleich verkehrt herum in Angriff nehmen solle, weil die besten Foto-Locations am Ende der Strecke liegen sollten.

Wir haben zunächst im Uhzeigersinn den kleinen Rundweg genommen und dann nochmal gegen den Uhrzeigersinn den großen Rundweg inklusive Abzweigen. Vielleicht liegt's daran dass man in Florida ganz automatisch die Meßlatte unglaublich hoch legt, was die allgegenwärtige  - für Mitteleuropäer teils exotische - Vogelwelt angeht. Vielleicht war es die euphorische Empfehlung dieses Parks, oder auch der verhältnismäßig hohe Eintrittspreis (12 Dollar pro Nase): Die Erwartungen waren hoch, das Erlebnis - und Ergebnis - gefühlt eher mau.  Warum eigentlich? Mit eigenen Augen gesehen haben wir neben den allgegenwärtigen Anhingas und Vultures, Night Herons, Great White Egret, Little Blue Heron, ein paar Singvögel, Alligatoren und visuell erahnt und deutlich gehört auch den einen oder anderen Greif.  Nicht schlecht, sollte man meinen. In Deutschland wäre ich bei jeder einzelnen Sichtung in nervöse Aufregung verfallen. Aber Hand aufs Herz: Als Tourist mit begrenzter Zeit und dem Wunsch ein paar schöne Fotos mitzubringen, gibt es in Florida bessere Locations.  Corksrew Swamp würde ich demjenigen empfehlen, der deutlich mehr Zeit mitbringt (der sollte dann aber auch nach einer verbilligten Jahres-Eintrittskarte schauen).











Ein Blick in die Botanik....












...und auf die Bewohner


Little Blue Heron
Little Blue Heron
Yellow Crowned Night Heron
Yellow Crowned Night Heron
Great White Egret.
Great White Egret.


Am frühen Nachmittag beschlossen wir, uns einen richtigen Kaffee verdient zu haben. Dazu kam es mal wieder nicht, weil auf dem Rückweg  der an der Küste entlang führen sollte  plötzlich der Wegweiser "Barefoot-Beach" auftauchte!   "Barefoot Beach", da war doch was: Angeblich einer der schönsten Strände Floridas. Und tatsächlich kann man nicht meckern. Während man in Fort Myers Beach beim Blick gen Osten auf mehr oder weniger hübsche Hotelbauten schaut, sieht man am Barefoot Beach in der einen Richtung den Golf von Mexico, in der anderen Dünen und Mangrovenwald. Keine Hotels, nichts außer ein paar Parkplätzen und besagten Dünen, Mangroven und jede Menge Strand!!!  Als Fotograf käme man hier sicher auch auf seine Kosten - nein, ich meine nicht die Badenixen. Reiher, Pelikane, Strandläufer, Osprey, Gopher Turtoises...  aber an diesem Nachmittag ist der Fotorucksack mal im Auto geblieben!


Die Parkgebühren sind mit 8 Dollar für den ganzen Tag angesichts der ortsüblichen Vergleichspreise übrigens eher kommod.


Empfehlung: Verpflegung für einen Tag einpacken; die schönen Lichtsituationen zum Fotografieren nutzen und ansonsten den Lieben Gott einen guten Mann sein lassen und Muscheln sammeln etc...


P.S.:  Für die Gopher Turtoises die es hier tatsächlich zuhauf gibt hätt ich gerne doch noch die Kamera ausgepackt. Blöderweise lagen als das Licht am Strand noch traumhaft war die Eingänge zu den Erdhöhlen bereits in tiefem Schatten und die Bewohner schienen inzwischen allesamt bereits zuhaus... :-(   Es ist doch was dran: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.


P.P.S: Für die Autofahrer: Keine Schildkröten plattfahren und vor der Abfahrt vom Parkplatz unters Auto schauen!


Wakodahatchee und Green Cay Wetlands

 Wakodahatchee Wetlands.... Green Cay Wetlands.... höre ich diese Namen sehe ich vor dem geistigen Auge Chief Micanopy im Kanu durch die Sumpflandschaft paddeln...

Tatsächlich entspringt zumindest der Begriff  "Wakodahatchee"  der seminolischen Sprache und wird mit "created waters" übersetzt.  Created waters?  

Wer im Lexikon nach "Wetlands" sucht findet den Begriff "constructed wetlands".  

Während "created waters" noch irgendwie romantisch klingen könnte, bezeichnet "contructed wetlands" im Amerikanischen offenbar schlicht eine biologische Kläranlage und so ist es tatsächlich: Wakodahatchee wie auch die Green Cay Wetlands werden von den lokalen Wasserwerken betrieben und wurden netterweise zu einer Art Naturpark mit idealen Beobachtungmöglichkeiten für die heimische 'Fauna umgebaut. Näheres findet sich auf den Seiten des Palm Beach County Water Utilities Department sowie hier und hier.   

 

Beide Locations liegen nur ein paar Minuten auseinander (mit dem Auto natürlich, wie sonst in USA).

Beide bieten ein breites Spektrum an Fotomotiven.

Beide bieten komfortable Infrastruktur (kostenfreie Parkplätze, öffentliche Toiletten...)

Beide sind komplett kostenfrei.


Ich kann beim besten Willen nicht sagen welcher Location ich den Vorzug geben würde, müsste ich mich entscheiden. Am besten für einen Besuch mindestens 2 komplette Tage einplanen und sowohl Wakodahatchee als auch Green Cay vormittags wie nachmittags/abends besuchen.


Ein Blick in die Landschaft


Ein Blick in den Himmel...


Viiiieeele lange Blicke in Unterholz, Schilf, Mangroven...


Un last but not least auch ein Blick ins Wasser!

Alligator mississippiensis, Mississippi-Alligator, Alligator, Gator
Alligator mississippiensis

San Carlos Bay / Bunchee Beach Preserve

Die einfachste Art und Weise von unserer bevorzugten Unterkunft an den nächsten Strand zu kommen ist, der John Morris Road einfach eine Meile nach Süden zu folgen.  Bunchee Beach an der San Carlos Bay.

Fototechnisch hat dieser Strand zu bieten was alle Strände in der Gegend zu bieten haben: Federvieh in der Luft, im Wasser, am Wasser...  Im Zweifel ist er vom La Quinta Inn auch schnell mal vor dem Frühstück zu erreichen (Das ist im Falle von Sanibel Island dagegen schon umständlicher und mit 6 Dollar Maut verbunden!).

Eigentlich nichts besonderes, wäre da nicht der Angler gewesen und sein Kumpel...

... der Osprey.


Wir hätten den Fischadler über uns im Baum fast nicht wahrgenommen, bis der Angler ihn uns vorgestellt hat. Im nächsten Moment zappelte auch schon ein Fisch an der Angel, der für's Dinner zu klein war. Also: Ab damit in Richtung Osprey.

Nun war blöderweise ein Fotograf am Strand (ich). Jeder weiß: Eine lange Telelinse verleitet fotogene Raubvögel dazu sich komisch zu benehmen - vornehmlich dazu, in 180°-Richtung abzuhauen. Der hier war dagegen ziemlich schmerzfrei; hat sich die Sache ein paar Minuten angeschaut und dann - möglicherweise wieder wegen dem blöden Fotografen - eine ungünstigen Anflugwinkel gewählt um sich den Fisch zu holen. 

Der Fisch hing nicht mehr an der Angelschnur wie man auf diesem Bild meinen könnte, sondern der Vogel hat im Anflug die abgestellte Route gestreift, sich das Vorfach mitsamt Haken um den Fuß gewickelt und dann erst den Fisch gegriffen.


Es kam wie es kommen musste:

Ein Osprey an der Leine. Der Fischer konnte grad noch seine Angelroute schnappen, bevor der Vogel sie irgendwo in der San Carlos Bay versenkt hätte und hatte dann den Osprey an der Angel, als würd er einen Drachen steigen lassen....


Der Vogel ist traumatisiert für den Rest seines Lebens, sollte man meinen, nachdem ein Mensch ihn mit der Angel eingeholt und das Vorfach entfernt hat (tatsächlich unblutig für den Vogel; nicht ganz unblutig für den Angler). Aber Pustekuchen. 5 Minuten später sitzt er wieder im angestammten Baum -> noch nass und ziemlich "pissed off" dreinschauend. Ein paar weitere Minuten später greift er sich dann - diesmal erfolgreich - seinen Fisch und setzt sich wieder in unmittelbarer Nähe zum Fressen in den Baum.


Weihnachtsimpressionen

Dezente Weihnachtsbeleuchtung - an lauen Abenden bei 20° kommt einem das besonders schräg vor...


Unterkunft und Verpflegung

 

Unterkunft Fort Myers / Sanibel

La Quinta Inn & Suites (Sanibel Gateway):      Vergleichseise sehr günstiges Hotel.  Ausreichend sauber und komfortabel. Amerikanisches Frühstück. WLAN im ganzen Hotel. Poolanlage...   mehr braucht es nicht.

 

Unterkunft Boynton Beach / Delray Beach

Hampton Inn & Suites Boynton Beach:  Nicht ganz so preiswert, dafür durchaus mit ordentlichen europäischen Hotels vergleichbar.  In jeder Beziehung eine Liga höher als das La Quinta. Ein abendlicher Snack ist im Preis inbegriffen und....

Es gibt trinkbaren Kaffee!!!  (unter den angebotenen Sorten ist ein "robust eye-opener". Mit Milch, Zucker und Nussaroma aufgepeppt ist das ein akzeptabler Ersatz für richtigen Kaffee.)

 

Essen und Trinken...

...war nicht Priorität Nummer 1.  Dem entsprechend kann jeder der eine Erweiterung seines kulnarischen Horizonts erwartet gleich weiterklicken.  Trotzdem hier ein paar Adressen jenseits von McD und KFC die ich jederzeit wieder besuchen würde:

 

9377 Six Mile Cypress Pkwy suite 145; Ft. Myers

Pizza, Pasta, Grinders (wir würden es wohl Baguette nennen), Salate.... schnell und gut.

Getränke gibt es aus im Becher  (nicht empfehlenswert dank gechlortem oder sonstwie aufbereitetem Wasser) oder direkt flaschenweise und das sehr günstig.

 

Gatorbites Tail & Ale
20321 Summerlin Rd; Fort Myers

Der Name ist Programm. In unmittelbarer Nachbarschaft des La Quinta Inn lässt sich Alligator kosten oder auch die üblichen Verdächtigen: Burgers, Shrimps, Salate....

Das La Quinta ist nahe genug, um hier auch mal mehr als ein Bier zu trinken, wenn es so sein soll.

 

Ruby Tuesday

9001 Park Royal Drive; Ft. Myers

Ein (typisches?) Diner. Steaks für die "Fleischfresser" und die gut sortierte und günstige Salatbar haben uns angeguckt...  (und die Tatsache dass der Laden direkt an der Summerlin Road liegt; also nicht  zu verfehlen ist.)

 

Starbucks

Für Kaffeetrinker führt in Florida kein Weg an Starbucks vorbei. Wer andere Informationen hat: Ich bin für jeden Tip dankbar!

 

Ein typischer Turkey bei Freunden

Dazu kann ich keine Adresse liefern und den gibt's auch nicht zu kaufen :-)


Schon wieder ist ein Urlaub rum...

Schön war's, zu kurz war's und der ganz normale Wahnsinn hat uns längst wieder.


28. Feb. 2015