Projekt Foto-PC

Ausgangssituation

Der 5 Jahre alte 08/15-PC vom Discounter hat bisher relativ gut seinen Dienst versehen, aber es zeigt sich mehr und mehr, dass die Hardware den aktuellen Anforderungen nicht mehr ganz gerecht wird.

-Der Speicherplatz wird knapp

-Die Geschwindigkeit der Bildbearbeitung - speziell das Erzeugen von JPGs aus NEFs der Nikon D800 nach dem Entwickeln - lässt sehr zu wünschen übrig

-Der Lärmpegel nimmt langsam aber sicher zu

 

Option 1: Tuning des vorhandenen PCs

-Mehr Rechenpower:  Neuer Prozessor; damit einhergehend neues Mainboard;

-Geschwindigkeit und Speicherplatz: Neue, größere und schnellere Festplatte(n) + eine SSD

-Weniger Lärm: Neuer CPU-Lüfter; neues Netzteil; leisere Grafikkarte

Da bleibt eigentlich nur noch das nackte Gehäuse übrig. Option verworfen!

 

Option 2: Ein neuer PC muß her...


Lastenheft

Hier einmal meine ganz persönlichen Anforderungen an ein PC-System zur hobbymäßigen Bildbearbeitung

 

1. Anwendungsbereich:

1.1. Speicherung, Entwicklung/Bearbeitung, Präsentation und Langzeitarchivierung von Bilddateien.

1.2. Typische Büroanwendungen

1.3. Typische Multimediaanwendungen

 

2. Performance

2.1. Ein typischer Bildbearbeitungsworkflow (36MP Rohdatenfiles sichten; Einzeldateien entwickeln und bearbeiten; Speichern als jpg + ggf. nachbearbeiten) muß ohne lästige Wartezeiten ablaufen.

2.2. Der Bootvorgang muß dauerhaft innerhalb 1 Minute das Starten von Anwendungen erlauben. (idealerweise <30 Sek.)

2.3. Full-HD-Auflösung im Quer- und Hochformat ist zu unterstützen (idealerweise für 2 Monitore gleichzeitig).

2.4. Die Farbwiedergabe muß mindestens für alle relevanten bildverarbeitenden Anwendungen (inklusive Web-Browser) kalibrierbar/profilierbar sein. Idealerweise ist eine farbrichtige Darstellung in allen Anwendungen (inklusive Büroanwendungen; Windows Desktop etc.) gefordert.

2.5. Der Datenimport von Speicherkarten soll ausschließlich durch die Performance der verwendeten Karten limitiert sein.

2.6. Die Geschwindigkeit von Datensicherungsprozessen soll ausschließlich durch die Performance der verwendeten Speichermedien limitiert sein.

 

3. Sicherheit; Datensicherheit

3.1. Firewall und Virenschutz bzw. allgemein Schutz vor Schadsoftware sind vorzusehen.

3.2. Anwendungsdaten müssen vor Verlust geschützt werden.

 

4. Schnittstellen / Peripherie

4.1. Es sind mindesten 4 USB-Schnittstellen vorzusehen; davon mindestens 2x USB 3.

4.2. Es ist eine Möglichkeit vorzusehen 3.5" Standard-Festplatten extern anzuschließen.

4.3. 2 Monitor-Schnittstellen sind vorzusehen (HDMI und/oder DVI)

4.4. Mindestens ein USB3-Anschluß ist einfach erreichbar frontseitig am PC vorzusehen.

4.5. LAN und WLAN-Schnittstellen sind vorzusehen.

4.6. Ein DVD und BluRay Recorder ist vorzusehen.

 

5. Rahmenbedingungen

5.1. Das System muß auf einem aktuellen Windows Betriebssystem basieren

5.2. Monitor, Soundsystem, BluRay Brenner, USB Keyboard/Maus, USB WLAN Sender/Empfänger sind vorhanden und sollen weiter verwendet werden.

5.3. Bildbearbeituns-, Office- und Sicherheitssoftware sind aktuell vorhanden und sollen weiter verwendet werden.

5.4. Für Office-Anwendungen ist ein Drucker vorhanden und soll weiter verwendet werden. Bilder werden extern ausbelichtet/gedruckt.

5.5. Das System soll für einen möglichst leisen Betrieb ausgelegt werden.

5.6. Das Budget beträgt 1000,- Euro für Prozessor, Mainboard, Arbeitsspeicher, Festplatten, Betriebssystem, Gehäuse und Netzteil; also im Grunde ein kompletter PC inklusive Betriebssystem, jedoch ohne Peripherie wie Monitor, Tastatur etc.  Was gibt's zu dem Preis, bzw. welche Performance darf man erwarten?


Das Ergebnis

1. Hardware

 

Prozessor

 

 

Mainboard

 

 

 

 

 

 

Arbeitsspeicher

 

Festplatten

 

 

 

 

 

 

 

Optisches Laufwerk

 

Gehäuse

 

 

 

Netzteil

 

Monitor

 

Monitorkalibrierung

 

W-LAN

 

Sound 


Eingabegeräte


2. Software

 

Betriebssystem



Sicherheit


Bildbearbeitung





Büroanwendungen


Multimedia


Monitorkalibrierung


Web-Browser



Ein paar Worte zur Konfiguration

 

Performance

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sicherheit

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schnittstellen und Peripherie

 

 

 







Rahmenbedingungen


 

 

 

 

Intel Core i5 4690; 4x 3.50GHz;  Sockel 1150;  boxed, also inklusive Standardlüfter

 

Gigabyte GA-Z97-HD3; Intel Z97 Chipsatz; Formfaktor ATX; 6 x SATA 6Gb/s; Realtek® GbE LAN chip (10/100/1000 Mbit);  6x USB3 (4 hinten; 2 innen); 8x USB2 (2 hinten; 6 innen); Sound und LAN on board; Grafik on board (D-Sub max. 1920x1200@60Hz; DVI-D max 1920x1200@60Hz; HDMI max. 2560x1600@60Hz); 2x PCI, 2x PCI Express x1, 2x PCI Express x16; unterstützt RAID Arrays;

 

16GB (2x 8) DDR3-1600 Crucial Ballistix Sport

 

1x SSD Crucial MX100 256 GB (für das Betriebssystem)

2x 2TB Seagate Barracuda (für Daten; im RAID1 Modus gespiegelt)

1x 2TB Western Digital Elements (für's Backup. Zur Erinnerung: RAID ist toll, hat aber nix mit Backup zu tun!)

Ein im Gehäuse verbautes SATA-Dock bietet die Möglichkeit nach Bedarf eine externe SATA-Platte zusätzlich einzuschieben. Dazu ist keinerlei Wechselrahmen erforderlich!

 

LG Blu Ray Brenner

 

Cooler Master Silencio 550; schallgedämmt; inklusive 2 Lüfter vorn und hinten; STaubfilter vor Front und Netzteil-Lüfter; Front-USB (3 und 2) und SD-Kartenleser; SATA-Docking Bay

 

550 Watt CoolerMaster G550M Modular

 

Dell U2410

 

Datacolor Spyder 4

 

LogiLink Wireless USB Adapter

 

Bose Companion 5 (Bildbearbeitung  ist nicht alles...)

 

Logitech Wireless Mouse und Keyboard


 

 

Windows 8.1 Pro 64 bit

Classic Shell (Ich mag mein Startmenü!)

 

Kaspersky Pure 3.0

 

ACDSee Pro 6 (Verwaltung; Entwicklung; Bearbeitung; Präsentation)

Nikon Capture NX 2 (Entwicklung)

Photoshop Elements 9 (Bearbeitung in seltenen Fällen)

Nik Collection (Nachbearbeitung; Finetuning)

 

Microsoft Office 2013 Pro; Thunderbird 24; PDF Creator 1.7

 

Cyberlink BluRay Disc Suite; VLC-Player, Windows Media Player

 

Datacolor Spyder4Pro

 

Firefox 33 und zu Testzwecken Google Chrome 38; Internet Explorer 11 (der bis heute offenbar nur ein Pseudo-Farbmanagement kennt)


 

 

 

"Arbeitsleistung": Der Prozessor ist kein Rennpferd, aber immerhin ordentliche Mittelklasse. In Verbindung mit großzügig bemessenem Arbeitsspeicher und kosequenter Nutzung der SSD für die Arbeiten bei denen die Festplattenperformance kritisch sein könnte, sind Wartezeiten wie sie zuvor z.B. beim Erzeugen von jpg's aus großen Rohdaten-Dateien vorkamen vorbei.  Damit das so bleibt - und weil SSDs teuer und nicht besonders große sind - liegen auf der 256 GB SSD das Betriebssystem und alle Anwendungen sowie ein Arbeitsverzeichnis für all das was aktuell gerade so ansteht.  Die Datenablage ist dagegen ausgelagert auf konventionelle Festplatten.

 

Die Geschwindigkeit mit der Backups vonstatten gehen wurde dramatisch gesteigert, indem alte USB2-Platten in Rente geschickt wurden. Mehr dazu unter "Sicherheit".

 

Die Farbwiedergabe ist wie zu erwarten immer noch ein Ärgernis, aber das ließe sich wohl nur mit einem vernünftig hardwarekalibrierbaren Monitor lösen. Das Thema ist einen eigenen Beitrag wert, deshalb an dieser Stell nur: Die Grafikkarte versieht ihren Dienst unauffällig. Eine Profilierung zur Erreichung farbrichtig dargestellter Bilder in den wichtigen Anwendungen ist möglich. Einschränkungen gibt es im Gegenzug aber bei der Farbdarstellung von z.B. Office-Anwendungen oder des Internet Explorers.

 

Die Sicherheit im Sinne von schutz vor unberechtigten Zugriffen, Viren, Malware & Co liegt weitestgehend in den Händen von Kaspersky Pure und Windows. Details dazu sind als "confidential" eingestuft :-)

 

Anders die Datensicherung:

 

-Betriebssystem und Anwendungen einerseits sowie Daten andererseits liegen auf getrennten Platten

 

-Für Betriebssystem und Anwendungen erfolgt ein Backup nur nach gravierenden Änderungen. Zusätzlich setzt Windows Wiederherstellungpunkte. Schlimmstenfalls ist eine Neuinstallation auf Basis der Installationsdatenträger möglich, die zusätzlich auf den Datenplatten gesichert sind. 

Wichtig! 

Alle Bibliotheken verweisen auf gesicherte Speicherorte!

Der Desktop verweist auf einen gesicherten Speicherort! 

Thunderbird Maildaten liegen auf einem gesicherten Speicherort.

Das einzige Arbeitsverzeichnis das aus Performancegründen auf diesem Datenträger liegt, wird nach vollbrachtem Tagwerk auf die Datenplatten gespiegelt.

 

-Alle Daten liegen auf einem automatisch gespiegelten Laufwerk; d.h. auf 2 physisch vorhandenen Platten, nicht etwa 2 Partitionen einer einzigen Platte.   Ein Backup erfolgt zusätzlich - vor versehentlicher Datenlöschung schützt schließlich auch kein RAID-System. 

 

Auf die Aufteilung der Laufwerke wurde unter Datensicherheit bereits eingegangen.


SD-KArtenleser, Frontside USB und SATA Docking Bay hat das PC-Gehäuse out of the Box mitgebracht. Was noch fehlt ist ein USB3 Kartenleser für CF-Karten. Derzeit kommt dafür noch ein externer USB2 "all in one" Reader zum Einsatz.


Maus, Keyboard, Monitor, Blu Ray Recorder und Sound System waren vorhanden und wurden ohne Probleme integriert.


Was war da noch....?  Ach ja!


Der Lärmpegel: Derzeit steht der PC unmittelbar neben mir auf dem Schreibtisch und die Lüfter sind dezent zu hören (immerhin laufen da 4 Lüfter: Netzteil, Prozessor, Gehäuse Front und Rückseite. Wenn das am endgültigen Aufstellungsort unter dem Tisch noch störend sein sollte, werde ich mir die einzelnen Lüfter noch genauer anhören und ggf. etwas unternehmen. Die Festplatten nehme ich praktisch niemals wahr (was zum Teil daran liegen mag, dass ich während größerer Datenbewegungen auch mal eine rauchen gehe...) Hier macht sich die SSD und vermutlich auch der Arbeitspeicher bemerkbar, so dass die konventionellen Festplatten ein ruhiges Leben führen - im wahrsten Sinne des Wortes.


Das Budget:

Der nackte PC inklusive Betriebssystem sollte den Preis von 1000,- Euro nicht übersteigen.


Zu beschaffen waren: Mainboard und Prozessor, SSD, 2 interne Platten, 1 externe Platte, Arbeitsspeicher, Gehäuse und Netzteil, Windows 8 und noch ein paar SATA-Strippen.


Ergebnis: 50,- Euro übrig.



Fazit

Mein Performance-Thema hat sich erledigt.

Nebenbei habe ich Ordnung in meine gesammelten Daten gebracht.

Windows 8 ist garnicht mal so schlecht, wenn man es nur konsequent auf Windows 7 trimmt!

Es hat Spaß gemacht den PC selbst zu konfigurieren und zu montieren.

Der sollte jetzt wieder ein paar Jahre ausreichen!


Nachtrag Feb. 2015:  NAchfolgend die Ergebnisse des Pass MArk Benchmarks.

3d-Leistung lausig - das war zu erwarten und bestimmt maßgeblich das Ergebnis (scheint die Gamer bestimmen die Höhe der Meßlatte)

Ansonsten ein ordentliches Ergebnis.

PassMark Rating

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